Im Oktober dieses Jahres hat Google ein größeres Update für seinen Webdienst Google Analytics durchgeführt und einige sehr interessante Features, wie das Erstellen benutzerdefinierter Berichte oder erweiterte Segmente eingeführt. Das Nutzen von Segmentierung halte ich für eine der wichtigsten und bedeutendsten Funktion in der Web Analyse und deshalb will ich diese Funktionalität hier kurz vorstellen.
Was sind erweiterte Segmente
Die Google Hilfe enthält bereits eine gute Erklärung zu der Frage was Segmentierung ist:
Mithilfe des Tools “Erweiterte Segmentierung” lassen sich Ihre Analytics-Daten sehr genau unterteilen. Mit erweiterten Segmenten können Sie die Besuchstypen auswählen, die bei der Datenerstellung für einen Bericht berücksichtigt werden sollen.
Ziel der Segmentierung ist es also die Gesamtmenge der Daten aufzuteilen und Einblick in das Verhalten einzelner Benutzergruppen zu bekommen. Solche Benutzergruppen könnten z.B. sein: neue Besucher, wiederkehrende Besucher, alle Benutzer die über eine bestimmte Kampagne auf die eigene Seite gekommen sind (z.B. über eine Bannerwerbung). Es können aber auch komplexere Segmente erstellt werden (z.B. alle Besucher aus Deutschland, die mehr als einmal die Seite besucht haben und schließlich einen Kauf durchgeführt haben). Ist eines oder sind mehrere Segmente eingerichtet, so können diese einzeln oder auch parallel aktiviert werden. Sämtliche Berichte werden nun für alle Segmente überlagert angezeigt.
Sinn der Segmentierung ist es zu prüfen ob das eigene Projekt bei den gewünschten Zielgruppen so angenommen wird wie man sich dies erwartet. Es wird also nicht immer die abstrakte Gesamtmenge aller Besucher betrachtet, sondern es können die interessanten Besuche herausgegriffen und analysiert werden, die für das eigene Projekt besonders relevant sind. Die Funktionalität hilft auch Akquisitionsquellen miteinander zu vergleichen und hinsichtlich ihrer Rentabilität zu prüfen. So können die Konvertierungsrate oder die Absprungrate der Besucher, die über eine Bannerwerbung auf die Seite gelangen mit denen, die über einen E-Mail Newsletter oder über eine Suchmaschine das eigene Projekt erreichen verglichen werden. Dabei ergeben sich sehr viele Auswertungsmöglichkeiten, die natürlich immer sehr stark vom eigenen Projekt und vor allem den eigenen Zielen abhängen (eine Vereinsseite von einem Schützenverein hat natürlich hier anderes im Sinn als eine professionelle E-Commerce Plattform).
Einrichten von Segmenten
Im Kopfbereich jedes Berichtes gibt es ein Dropdown Menü “Erweiterte Segmente”:
Hier können bereits definierte Standardsegmente ausgewählt werden, wobei hier schon einige sinnvolle Besuchergruppen gelistet sind. Soll aber ein ganz individuelles Segment eingerichtet werden, so kann das mit “Neues erweitertes Segment” gemacht werden. Über eine komfortable Oberfläche können dann die Regeln definiert werden, die ein Besuch erfüllen muss um zu der gewünschten Besuchergruppe (Segment) zu gehören.
In diesem Beispiel werden alle Besucher aus Deutschland selektiert, die sich mehr als zwei Seiten angesehen haben. Wird das Dashboard, das Segment “alle Besucher” und das soeben erstellte Segment “Besucher aus Deutschland mit mehr als 2 Seitenzugriffen” aktiviert, so sieht man sehr schön wie sich die Statistiken der beiden Besuchsgruppen unterscheiden.
An der Stelle will ich nicht in ein umfangreicheres Beispiel einsteigen, da hier jeder am besten weiß, was er von seinem Projekt erwartet und welche Segmente Sinn machen. Aus meiner Sicht ist die Segmentierung aber ein perfektes Werkzeug um die eigene Strategie zu tracken und um Schwachstellen aufzudecken. Tools wie piwik bieten leider (noch) keine solche Funktionen und man ist auch die abstrakte Gesamtmenge aller Besucher beschränkt. Aber wer weiß, jetzt wo Google so eine Funktion implementiert hat, nehmen sich hoffentlich auch andere Dienste ein Beispiel und ziehen nach.
Weitere Informationen gibt es im Blog von Avinash Kaushik der übrigens für das Thema Web Analytics sehr zu empfehlen ist.
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